Weihnachten/Silvester

Ja, Weihnachten.

Ist bei dem Wetter ein bisschen schwer, Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen....

 

Aber schön wars trotzdem Mit liebgewonnenen Freunden habe ich die Weihnachtstage verbracht: Mit Lizzi, mit Katie – einer Freundin von Lizzi aus Nordirland – und ihrem chilenischen Freund Nico, mit Janna – eine weitere Freundin von Lizzi aus England – und deren ebenfalls chilensichem Freund Francisco und natürlich der Hund Suri

Die beiden Pärchen hatten eine Hütte in La Serena gemietet, ganz in der Nähe von Lizzis Wohnung, sodass der Weg dorthin für uns nur kurz war

Heiligabend haben wir sehr entspannt begonnen, relativ lange geschlafen und anschließend eine kleine Runde joggen und ein Bad im Pazifik dann ein seeeeehr ausgedehntes leckeres Frühstück, dass Katie – die ja schon aus Valparaíso mit uns nach La Serena gekommen war – schon vorbereitet hatte. Leider mussten auch die Weihnachtseinkäufe noch erledigt werden, aber Glückskind, das ich bin erklärten sich die beiden Mädels bereit, diese unangenehme Aufgabe zu übernehmen, sodass ich Zeit hatte ins Internetcafé zu gehen und nach hause zu skypen. Und mein Timing war unschlagbar: rechtzeitig zum Eintreffen der Gäste und Beginn der Bescherung stand die Video-Lifeschaltung zur Familie. So wurde ich dann auch leise schmunzelnd Zeugin der wunderbar ehrlichen Antwort unserer lieben kleinen Leni auf die Frage des Weihnachtsmannes, ob sie denn im nächsten Jahr auch brav sein würde: Nö...

Schön! Dann wissen wir ja wenigstens, worauf wir uns einstellen müssen :D

Ein kleines bisschen Heimweh hatte ich da ja schon... aber das hielt nicht lange an, die Mädels kamen vom Einkaufen zurück und so machten wir uns ans Geschenke Einpacken und Weihnachtskarten Basteln

Als die kleinen Kunstwerke fertig waren blieb uns nicht viel zu tun, als uns zu entspannen und anzufangen, das Essen für den Abend vorzubereiten, damit die anderen drei, die aus Santiago anreisten nicht hungern müssten. Also gab es ein kleines Nickerchen und anschließend eine Flasche Pisco Sour bei Sonnenuntergang am Strand


bevor wir uns ans Salate Schnippeln und Hühnchen Stopfen machten. Natürlich begleitet von Weihnachtsmusik und Sekt

Um kurz nach 22 Uhr klingelte dann das Telefon und Janna gab uns Bescheid, sie seien jetzt in der Cabaña gelandet. Also alles schnell zusammenpacken und sich von den Jungs abholen lassen.

Nach einem großen 'Hallo' gab es dann internationale Küche – Kartoffelsalat, chilenischer Tomatensalat, Hühnchen, gefüllt nach nordirischer Art und als Nachtisch englische Brownies. Lecker. Und begleitet selbstverständlich von chilenischem Wein


Die Julklappgeschenke wurden erst nach 24 Uhr überreicht – Weihnachten ist in England eben erst am 25.12. - und waren lange nicht der letzte Spaß an diesem Abend.


Lizzi und ich gingen erst spät und äußerst beschwingt nach hause

Am 1. Weihnachtsfeiertag schliefen wir lange, gingen nicht joggen und auch nicht schwimmen, aber es gab ein langes leckeres Frühstück Gegen Mittag machten wir uns auf zur Hütte der anderen, um dort gemeinsam zu grillen und auf der Terrasse zu sitzen. Außerdem wurde das W-LAN fleißig genutzt und mit Familien und Freunden telefoniert, sodass keiner ganz auf seine Lieben verzichten musste.


Anschließend ging es an den Strand und baden. Wichtigstes Utensil: Der aufblasbare Jetski, den einer der Jungs zu Weihnachten bekommen hatte In jedem Mann steckt doch immer ein kleiner Junge...

 

Und dann wurde es Abend, wir gingen wieder zur Cabaña und feierten Weihnachten auf ähnliche Weise wie am Vorabend: mit viel Musik und viel Wein Zu essen gab es Reis nach chilenischer Art und zum Nachtisch viel Musik, Tanz und Gesang. Die Auszeichnung für den größten Showact des Jahres geht eindeutig an Francisco. Er schien mir am Anfang die ruhigste Person im Haus und stellte sich letztlich als größter Spaßmacher der Gruppe heraus, als er zu dem Reggaesong „English Woman“ eine Hommage an seine – ihr erinnert euch: englische – Freundin Janna performte, die aber zu diesem Zeitpunkt leider schon im Bett war

Lizzi und ich blieben an diesem Abend bei den anderen und mussten so am nächsten Morgen nicht erst rüberlaufen der nächste Morgen war ja auch schon Sonntag und die beiden Jungs mussten montags wieder zur Arbeit, sodass sie und Katie und Janna an diesem Abend wieder nach Santiago fuhren. Den Tag verbrachten wir damit, die Hütte aufzuräumen und in Coquimbo auf dem Fischmarkt zu essen, nachdem wir – wie könnte es anders sein – lange geschlafen hatten

Die neue Woche fing für Lizzi und mich relativ entspannt an, aber mit einem großen Ziel: wir wollten in der uns noch verbleibenden Zeit in La Serena die Strecke von ihrem Apartment nach Coquimbo laufen – immerhin knappe 8 km. Allerdings hatten wir da noch nicht berücksichtigt, dass wir ja nur noch bis Dienstag in dem Apartment sein würden, weil Lizzis Mietvertrag auslief... aber Ziele setzt man sich ja nicht nur aus Spaß, also liefen wir am Dienstagmorgen tatsächlich die ganze Strecke :D jaja, sportlich sportlich, so sind wir :D

Nachmittags ging es dann ans Sachen packen, um die nächsten drei Tage im Valle Elqui zu verbringen, bei unserem Freund Sebastian – Zahnarzt von Beruf und aus Leidenschaft. Die Tage im Tal waren sehr ruhig, wie das eben so ist auf dem Land mit nicht so vielen Nachbarn und wir freuten uns auf ein bisschen Trubel, als wir am Donnerstagabend in den Bus nach Valparaíso stiegen, um dort Silvester zu feiern.

Morgens früh um 6 Uhr kamen wir dort an, landeten aber leider aufgrund mittelgroßer Navigationsschwierigkeiten erst gegen 9 im Hostel, wo wir uns erst ein bisschen entspannten, bzw. Lizzi sich entspannte und ich durch die Gegendlief und ein Callcenter suchte um meine gesperrten EC-Karten wieder entsperren zu lassen (das Unglück nahm seinen Lauf am Abend, bevor wir in den Bus stiegen und ich die PINs zu meinen Bankkarten durcheinander brachte). Leider machte ich mit meinem kurzen Anruf bei Mama und Papa die Situation auch nicht besser, da die beiden mich nicht zurückrufen konnten und ich keine Zeit hatte, ihnen die Situation ausreichend zu erklären, sodass am Ende alles durcheinander war und Mama und Papa dachten, mir sei etwas passiert und sie müssten die Botschaft alarmieren. Zum Glück bekam ich dann im Hostel endlich eine Internetverbindung und konnte sie nochmal anrufen, um sie zu beruhigen. Mit den Karten hatte ich zwar immer noch nichts erreicht, aber wenigstens konnte ich eine großangelegte Suchaktion verhindern... :-S Und glücklicherweise reiste ich ja nicht allein und Lizzi konnte mir vorübergehend aushelfen. Also Glück im Unglück.

Jedenfalls war danach nicht wirklich an Schlafen zu denken und so machten wir uns auf, Frühstück zu finden und ein bisschen durch Valparaíso zu stromern, dass wir ja zum Teil schon kannten.

Auf unserer Entdeckungstour landeten wir auf einem schönen Aussichtspunkt, auf dem gerade ein Nachrichtensprecher eine Sendung darüber aufzeichnete, was an diesem Silvesterabend in Valpo los sein würde und wie viele Menschen aus aller Welt extra hierher kämen um Teil der riesigen Party zu sein, die hier steigen würde. Um das zu beweisen, interviewte der gute uns auch gleich mal... „Hallo Mama, ich bin im Fernsehen“

Nach unserem Augenblick an Ruhm – wunderbar, ich wollte schon immer nach einer fast durchwachten Nacht im Fernsehen sein – begaben wir uns wieder zurück in unser mäßig schönes Hostel und legten uns schlafen, um für den Abend gewappnet zu sein. Aber natürlich nicht, ohne sich für den Abend mit Getränken zu versorgen Der Plan für die Nacht: unsere Pisco-Flaschen und den Sekt einpacken und ab auf die Straße, ein bisschen Musik suchen und Spaß haben

Als wir uns ein bisschen ausgeruht hatten, machten wir uns also ausgehfein und aßen noch etwas bevor wir unsere Taschen nahmen und uns aufmachten zum Feiern. Wir trafen uns am Hafen mit einem weiteren englischen Freund von Lizzi – oder eigentlich einem Freund der Familie von Katie, aber egal – und seiner Schwester und begaben uns dann zum Plaza Sotomayor, der uns zuvor als Party-Hauptsplatz empfohlen wurde. Dort gab es eine Bühne und einen DJ der zwar nur mittelmäßig bis schlechte Musik spielte aber wir hatten trotzdem viel Spaß. Nach einer Weile stieß noch Dennis zu uns, der einige Wochen zuvor bei Lizzi untergekommen war – couchsurfing – und uns auf einen von Valpos Hügeln lotste, von denen man einen großartigen Ausblick auf die Feuerwerke der in der Bucht liegenden Städte haben sollte – alles große offizielle Feuerwerke, privates knallen ist in Chile verboten – leider war es dort oben so voll, dass wir kaum etwas sehen konnten... aber lustig war es trotzdem, wir kamen schnell ins Gespräch mit anderen Leuten, die dort oben mit uns eingeklemmt waren

Um Mitternacht wurden die Sektkorken abgeschossen und der Nachthimmel explodierte förmlich in allen Farben, die so ein Feuerwerk hergibt. Selbst das kleine bisschen, das ich sehen konnte war schon sehr beeindruckend! Als alle umarmt und tausendfach ein feliz año nuevo (gesprochen: felis anio nuewo) gewünscht worden war schoben sich die Massen wieder nach unten auf den Platz mit der Bühne, beschwipst, durchnässt von Sektfontänen und fröhlich und friedlich feiernd

Eine schöne Art, Silvester zu feiern!

Als unsere englische Begleitung sich in den Bus ins benachbarte Viña del Mar setzte, wo ihre Familie eine Ferienwohnung gemietet hatte, entschieden auch Lizzi und ich uns dazu, nach hause zu tanzen. Weil aber jetzt die Musik fehlte mussten wir dazu ja auch selbst singen.... wir hatten unseren Spaß, ein Teil der Einwohner Valpos hatte vermutlich einen Hörsturz, aber wir hatten unseren Spaß :D

Am Neujahrsmorgen schliefen wir lange und nahmen ein kleines Frühstück zu uns. Der Plan war, uns im Laufe des Tages mit der altbewährten Weihnachtstruppe zu treffen und einen entspannten Nachtmittag zu verbringen. Taten wir auch... allerdings erst nachdem wir – ganz nach chlenischer Art - den halben Tag mit Herumwarten verbracht hatten. Dafür wurden wir aber mit einem Pool und Pisco Sour entschädigt

Am Abend brachten wir Katie zum Bus, die Ärmste musste nämlich wieder zrück nach Temuco und arbeiten... naja, irgendwer muss ja Geld verdienen

Der nächste Tag begann mit der Verabschiedung von meiner lieben Lizzi, die sich gemeinsam mit Janna und Francisco auf den Weg nach Santiago begab, um sich am darauffolgenden Tag mit Andrew, ihrem Freund, zu treffen, der aus Irland einflog um sie zu besuchen.

Also war ich von da an auf mich allein gestellt... Erste Amtshandlung war dann, das Hostel zu wechseln, von dem leicht ranzigen, aber immerhin günstigen Hostel in dem ich mit Lizzi für Silvester abgestiegen war in das nette – vor allem saubere – Hostal Bellavista auf dem wohl am stärksten künstlerisch geprägten Hügel der Stadt Guuuuuute Entschiedung!!

Federbetten, ein Sauberes Bad und ein Frühstück inklusive machten die folgenden 3 Tage äußerst angenehm

Genutzt wurden die Tage, um einen Tagesausflug nach Viña del Mar zu machen und dort ein bisschen am Strand zu braten, Valpo ein bisschen weiter zu erkunden und vor allem: Reisepläne zu machen. Was, wann, wo? Vor allem wo??


Ergebnis dieser Planerei: als erstes ein Trip nach Isla Negra, anschließend nach Temuco – Katie besuchen – dann nach Santiago, von dort nach La Serena, nach San Pedro de Atacama, über die Grenze nach Argentinien. Nach Salta, nach La Rioja, nach Córdoba, nach Mendoza, wieder zurück nach Chile und dort an die Küste und hoffentlich endlich wieder ein bisschen surfen. Soweit der Plan bis dahin.

16.1.11 16:58

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mama (16.1.11 21:23)
Na das sind ja ganz schön lange Reise berichte, aber sie sind doch recht Kurzweilig.
So langsam fiebern wir unserer großen Reise entgegen und dem Treffen mit Dir.
Heute (16.01)waren wir am Flughafen und haben noch einige Unklarheiten beseitigt. Außerdem haben wir uns noch nie so viel pieksen lassen wie von der Impfnadel der Ärzte.
Gestern haben wir gemeinsam mit Deinen Geschwistern incl. Familien ein Fondue gemacht und ein gemeinsames Kartenlesen
Du weißt schon warum. Die Idee ist wirklich genial.
Liebste Grüße vom Papa und von mir

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