Valdivia - Chiloé - Pucón Ein Trip in den Sur Chico

Am zweiten November ging es los aus dem sonnigen Coquimbo per Bus am Nachmittag nach Santiago, dort direkt im Anschluss den Nachtbus nach Valdivia und morgens um 9.30 da.

Im Zuge des zweiten Weltkriegs, sowohl vorher als auch währenddessen, sind hier viele Deutsche eingewandert und nie wieder weggegangen – vermutlich weil es hier genauso regnerisch und grün ist wie zu hause :P Dieser Einfluss ist in vielen Dingen deutlich spürbar: in der Bauweise, im Erscheinungsbild der Menschen (es gibt viel mehr blonde, hellhäutige Menschen als im Norden) und vor allem in der Tatsache, dass es genießbares Bier gibt das erste seit fast drei Monaten!! Eine sechsstündige Bootsfahrt führte uns durch scheinbar endlose Wälder, die sich über sanfte Hügel ziehen und über drei verschiedene Flüsse zu einigen spanischen Forts, bzw. deren Überresten.

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Die Stadt selber hat uns nicht so vom Hocker gehauen, wartet aber mit einem riesigen Kunsthandwerksmarkt auf, auf dem sich schön gearbeitete Woll-, Holz- und Lederarbeiten erstehen lassen.

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Und außerdem gabs richtigen Kaffee Oh du heilsames Lebenselixier Aber das für uns wohl interessanteste an Valdivia war der Fischmarkt, direkt am Wasser gelegen, an dessen Rande sich riesige Seelöwen

und blauäugige Kormorane tummelten und sich von den Fischern mit Abfällen versorgen ließen.

Nach der Bootsfahrt sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gezogen und haben ein Restaurant gefunden, das einen äußerst gemütlichen Eindruck machte und außerdem leckeres Bier und riesige Sandwitches im Angebot hatte. Dort haben wir dann den Abend verquatscht und sind anschließend in unserem Hostel ins Bett gefallen.

Wetter: bewölkt aber trocken!

Am nächsten Tag sind wir früh wieder in den Bus gestiegen und haben uns auf den Weg nach Chiloé gemacht, eine Insel vor der Küste Nordpatagoniens, von der behauptet wird, dass es an 200 Tagen im Jahr regnet... als wir ankamen war es trocken... Als Ausgangspunkt für den geplanten Besuch des Nationalparks der Insel und Basis für die kommende Nacht wählten wir die Inselhauptstadt Castro. Eine äußerst sympathische Kleinstadt auf einer wunderbar grünen Insel, auf der Schafzucht und Fischfang den Alltag bestimmen. Auf einem Bummel durch die Stadt (für große Ausflüge war es leider schon ein bisschen spät) fanden wir einen weiteren schönen Kunsthandwerksmarkt, der vor hochwertigen Wollprodukten und kreativem Holzschmuck nur so überquoll und außerdem ein italienisches Café – mit echtem Kaffee

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Anschließend noch schnell einkaufen, dann lecker kochen und um 21 Uhr ins Bett, weil Reisen sooooo müde macht

Der nächste Morgen weckte uns mit Regen... Überraschung! Als echte Nordlichter lassen wir uns ja aber von so etwas nicht abschrecken und zogen also das Regenzeug an für unseren Ausflug in den südlichen Teil des Nationalparks.

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Die Busfahrt nach Cucao – hier ist einer der Zugänge zum Park – gab uns einen schönen Eindruck von der Insel: GRÜN Wälder, Wiesen, Knicks, Schafe, Kühe, kleine Häuschen Der Park selbst besteht zu großen Teilen aus Wald, den Überresten eines Küstenwaldes der beim großen Erdbeben von 1960 und dem anschließenden Tsunami teilweise versunken ist. Exotische Pflanzen und Bäume und im Park wohnende Pferde erwarteten uns hier... und überflutete Wege.

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Der Weg den wir für unseren Ausflug gewählt hatten sollte uns also durch einen Teil des Waldes, über die Dünen und schließlich zum Strand führen... durch den Wald kamen wir auch... der Weg zum Strand war uns leider verwehrt durch einen mittelgroßen See, der sich hier gebildet hatte, von einem höher gelegenen Aussichtspunkt konnten wir aber trotzdem einen Blick auf die stürmischen Pazifikwellen werfen Nach eineinhalb Stunden im Regen waren wir froh, dass der nächste Bus zurück ging und wir im trockenen sitzen konnten.

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Wieder zurück in Castro entschlossen wir uns, den nächsten Bus zum Festland zu nehmen um hoffentlich von direkt weiter zur nächsten Station dieses Trips zu fahren: Pucón. Also fragten wir nach Bussen dorthin und erfuhren lediglich, dass keiner was wusste und wir erstmal nach Puerto Montt fahren mussten um dann dort nähere Informationen zu finden. Also ab in den Bus nach Puerto Montt. Wetter: Regen!

Angekommen in Puerto Montt mussten wir leider feststellen, dass wir den letzten Bus nach Pucón um eine Stunde verpasst hatten... was nun? Die nächstgrößere Stadt in die noch ein Bus fährt ist Temuco.... also rein in den Bus nach Temuco und im Hostel anrufen: Hallo, wir brauchen ein Zimmer, kommen um Mitternacht an und fahren um 7 Uhr schon weiter... Okay! Also dann eine kurze Nacht in Temuco verbracht und früh in den Bus nach Pucón gestiegen.

Wohlwissend dass Pucón und seine Umgebung eine der touristischten Regionen des Landes ist, überraschten uns die Ruhe und entspannte Athpmosphäre des Ortes. Das Bild wird hier geprägt von Holzhäusern und bewaldeten Bergen und natürlich dem Vulkan Villarrica, einem der aktivsten Vulkane der Erde. Durch die Lage zwischen Wäldern, Bergen, Seen und dem Vulkan hat sich Pucón zum Ausgangspunkt für unzählige Aktivitäten und Extremsportarten entwickelt. Im Angebot findet man Vulkanbesteigungen, Rafting, Wildwasser Kajak, Canyoning, Hidrospeed, Klettertouren, Wanderungen, Thermalbäder, Canopy, Snowboard und Skifahren, und alles was man sich sonst so vorstellen kann... Langeweile muss also nicht aufkommen

Leider wurde uns der Blick auf den Vulkan von Wolken verhängt, die sich um den Krater herumdrückten und einfach nicht weggehen wollten.

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Wir kamen also morgens an und begaben uns direkt ins Hostel, dass wir am Vortag gebucht hatten, und wurden dort von unserm sehr sympathischen Hostelwirt Peter empfangen mit den Worten: Wollt ihr einen Kaffee?? JA :D Der Holzofen im Aufenthaltsraum wurde befeuert und so war es kuschelig warm, als wir uns zum Frühstück hinsetzten und uns mit Peter – einem gebürtigen Holländer, der der Liebe wegen in Chile geblieben ist – austauschten über Möglichkeiten und Sehenswürdigkeiten der Region. Wir kamen auch schnell mit anderen Backpackern ins Gespräch und so fanden sich schnell ein paar Leute denen wir uns für die Wanderung zu einem Wasserfall, dem Salto del Claro, anschlossen. Ein netter Spaziergang durch Wälder und Wiesen und ein steiler Abstieg über schlammige Erdhänge führten uns zum Pool unterhalb des Wasserfalles, von wo aus wir einen beeindruckenden Blick auf den Wasserfall hatten, der sich knapp 70m über uns über die Felskante stürzte.

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Auf dem Weg zurück zum Hostel fing es an zu regnen und wir waren froh, dass wir für den Abend einen Ausflug in eine der vielen vom Vulkan beheizten Thermen gebucht hatten und so statt kaltem Wasser von oben, angenehm temperiertes von unten genießen konnten

Am Abend kamen wir natürlich mal wieder nicht so früh ins Bett wie geplant, weil wir uns leider noch mit einem Haufen interessanter Menschen unterhalten mussten aber da wir für den nächsten Morgen noch keine Pläne hatten und also ausschlafen konnten war das nicht weiter schlimm.

Wetter: Regen!

Der nächste Morgen lief sich entspannt an, mit leckerem Frühstück – mit Vollkornbrot aus der Bäckerei „Rostock“ - und weiteren interessanten Gesprächen. In Ermangelung größerer Geldvorräte und Garantien für gutes Wetter entschlossen wir uns für eine Wanderung zu einem weiteren Wasserfall, der Ojos del Caburgua sollte es diesesmal sein. Also in den Bus – wieder mit Bekannten aus dem Hostel – in Caburgua am See ausgestiegen, vom Playa Negra (schwarzer Strand) zum Playa Blanca (weißer Strand) gelaufen und auf die Suche nach dem Wasserfall gemacht... ohne Karte gar nicht so einfach!

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Erstmal haben wir dann auf dem Weg auch ein geschlossenes Café gefunden, dessen Besitzerin uns in ihrem eigenen Haus bewirtete und uns nicht nur Kaffee und etwas zu essen bot, sondern auch einen interessanten Einblick in die Kultur der Region. Außerdem konnte sie uns sagen, wo wir den Wasserfall finden konnten

Auf dem Weg zum Wasserfall fing es dann zur Abwechselung mal wieder an zu regnen und wir beglückwünschten uns dazu, die Regensachen eingepackt zu haben. Der Ojos del Caburgua ist eigentlich nicht nur ein Wasserfall, sondern gleich mehrere, die zwar nicht so hoch sind, wie der Salto del Claro, aber schön anzusehen und von allen Seiten zugänglich.

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Wir mussten uns leider alsbald auf den Rückweg machen, weil wir am Abend mit dem Nachtbus wieder nach Santiago fahren wollten. Vorher bummelten wir noch einmal durch die Stadt und versorgten uns mit Proviant für die Fahrt.

Wetter: Regen!

Ursprünglich sah der Plan vor, den Vormittag in Santiago zu verbummeln und dann nachmittags den Bus zurück nach Totorralillo zu nehmen, wo wir dann abends ankommen sollten. Das Wetter überzeugte uns dann allerdings schnell davon in Santiago sobald wie möglich wieder in den Bus zu steigen und weiter zu ziehen.... es regnete.

So kamen wir dann schon nachmittags ziemlich müde wieder in unseren kleinen Haus am Strand an...bei schönstem Sonnenschein und 23°.

12.11.10 17:42

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Papili (18.11.10 20:47)

Hi Sonnikind,

prima Bericht. So können wir Deinen Erzählungen am Telefon noch besser folgen.

Schade dass Ihr soviel Regenwetter hattet. Aber das haben wir hierauch schon seit Wochen.

Hast Du einen Tip, oder kannst Du etwas einbauen, damit man die Bilder vergrößern kann? Die finde ich nämlich ziemlich klein.

Liebe Grüsse aus dem ungemütlichen Hamburg

Papili

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