Auf dem Weg nach hause

Sträflich lange hab ich überhaupt nichts von mir hören lassen... ich weiß ich schäme mich auch ganz dolle, aber was soll ich machen, vor lauter sonnen und co. hatte ich eben keine Zeit zu schreiben

Jedenfalls gehts mir gut, ich hatte ne Menge Spaß und bin jetzt auf dem Weg nach hause, in zwei Stunden bin ich da... 

 Ich werd zusehen, dass ich Reiseberichte nachliefere

 

16.3.11 15:45, kommentieren

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Chile 2011

In Valparaíso blieb ich letztlich bis zum 4. Tag des neuen Jahres, bis es mir zu viel wurde. Die Lautstärke, die Enge, die vielen Leute... in dem Hostel in dem ich untergekommen war, hatte ich den Flyer von einem Hostel in Isla Negra gefunden, einem kleinen Ort an der Küste, ca. 2 Stunden südlich von Valparaíso. Einziges Attribut, von dem ich wusste – außer dem Hostel, das sich richtig gut anhörte – war ein weiteres Haus von Pablo Neruda das es zu besichtigen gibt. Hier hatte er gelebt, bis ihn der Krebs dahinraffte, kurz vor Pinochets Militärputsch. Ein hübsches Haus hatte der leicht schrullige Schriftsteller sich dort hingestellt und solange er lebte, erweiterte er es ständig. Weil er sich dem Meer und der Seefahrt sehr verbunden fühlte – obwohl er selbst nie zur See gefahren ist – hat er das innere des Hauses so gestaltet, dass man den Eindruck bekommt, sich in einem Schiff zu bewegen. Treppenaufgänge und Türrahmen sind so eng, dass Lars und Branko da wohl längs durchgehen müssten und die Decke ist holzgetäfelt und gewölbt. Passend zu seiner Leidenschaft zur Seefahrt bevölkert dieses Haus auch eine umfassende Sammlung an Gallionsfiguren und allerlei Buddelschiffen, nebst Masken der indigenen Völker der Länder in denen er im Laufe seines aktiven Lebens arbeitete.

Das Hostel wartete mit einer entspannten Hippie-Atmosphäre auf – Schuhe mussten an der Eingangstür ausgezogen werden – und mit einer liebenswürdigen Besitzerin, die gerne ihre Gäste auch in der näheren Umgebung des Ortes herumfährt und ihnen mithilfe von Reiki-Behandlungen versucht das Leben leichter zu machen

In dieser ruhigen Umgebung entspannte ich mich zwei Tage lang und nahm am späten Nachmittag des zweiten Tages den Bus nach Valparaíso, um von dort aus nach Temuco zu fahren. Wo ja die arme Katie arbeiten musste. Die Fahrt war recht Ereignislos und eigentlich schlief ich die ganze Fahrt über, kein Wunder, war ja auch ein Nachtbus. Vom Busterminal aus nahm ich mir ein Colectivo und fuhr zu Katies Apartmenthaus im Zentrum der Stadt. Weil es Freitag war, musste Katie ihre Klassen für den Nachmittag vorbereiten und ich nutzte die Zeit, um ein bisschen zu lesen und in mein Tagebuch zu schreiben. Als Katie dann zum Unterricht aufbrach, verließ auch ich die nette kleine Wohnung und machte mich daran, die Stadt zu erforschen. Viel gab es da nicht zu entdecken, aber immerhin gibt es ein paar nette Plazas und Cafés mit richtigem Kaffee. In eines von diesen begab ich mich dann auch spontan und siehe da: da saß ein junger Mann und las! Dazu muss ich vielleicht erklären, dass lesende Menschen in Chile absolute Ausnahmeexemplare sind und Bücher hier nicht nur für chilenische Verhältnisse schweineteuer sind. Unter 20 Euro ist hier kaum ein Buch zu bekommen! Davon inspiriert holte ich auch gleich mal mein Buch heraus und las ein bisschen: Isabel Allende, passenderweise.

Abends gingen wir essen und genossen eine riesige Chorrillana (eine Plattte mit Pommes, einem Haufen gebratenen Rind, Zwiebeln und oben drauf einem Spiegelei) und mexikanisches Bier – chilenisches ist ja leider nicht trinkbar. Als wir gerade fertig waren mit dem Essen stießen ein Kollege von Katie und ein paar seiner Freunde zu uns und wir verbrachten einen lustigen Abend mit Wein, einer interessanten Sprachmischung und viel Gelächter.

Der nächste Morgen begann entsprechend erst ein bisschen später und weil es schon vormittags ziemlich heiß war, beschlossen wir, an den Strand zu fahren. Allerdings nicht ans Meer sondern an einen Bergsee. Eine längere Busfahrt – die zum ausgiebigen schlafen genutzt wurde – brachte uns an unseren Zielort: Lican Ray. Nicht weit weg von Pucon und Villarrica und an einem schönen See mit schwarzem Strand gelegen ist es ein beliebtes Ferienziel für Studenten und entsprechend war die Stimmung eher auf Party ausgelegt. Wir brieten einfach ein bisschen in der Sonne, erfrischten uns ab und zu im See und beobachteten ansonsten leicht amüsiert das bunte Treiben. Als wir nach hause kamen war es schon recht spät und wir beschränkten uns auf ein einfaches aber leckeres Abendessen mit Pasta und Vino und einen anschließenden Film. Sonntagmorgen brachen wir auf nach Lataro, einem kleinen Ort in der Nähe von Temuco, der nicht viel zu bieten hat, außer einem Park und einer Fischfarm auf der man Lachse füttern kann. Nachdem wir dort verzweifelt – und vergebens - nach einem Café gesucht hatten trafen wir uns mit Erick, dem Arbeitskollegen von Katie, den wir schon am Freitagabend getroffen hatten. Einen Chilenen zu treffen, der gut Englisch spricht ist schon recht selten, aber wenn der dann auch noch einen australischen Akzent hat, wird’s erstmal richtig witzig Wir schlenderten also gemeinsam durch den Park und fütterten Fische, bis es Zeit wurde, wieder nach Temuco zurück zu kehren und für mich dann auch den Bus nach Santiago zu nehmen.

Wieder mal ein Nachtbus.

Unterkunft in Santiago dieses mal bei Nico, Katies Freund, der so freundlich war, mich eine Nacht bei sich aufzunehmen. Den Tag verbummelte ich alleine im Upperclass-Stadtteil Las Condes, Nico musste arbeiten und ich hatte keine große Lust, viel zu unternehmen... dazu war es auch viel zu heiß. Wie in Temuco auch schon, hat der Sommer in Santiago richtig Einzug gehalten. Also verbrachte ich den großteil des Tages im Schatten in einem Park und bummelte ein bisschen durch die Gegend. Abends trafen Nico und ich uns dann noch mit Janna und Francisco auf ein Bierchen und eine Pizza.

Am nächsten Morgen – Dienstag – stand ich mit Nico auf, um dann zum altbekannten Busterminal San Borja zu fahren, auf dem ich schon so viele Stunden damit zugebracht habe, Bustickets zu organisieren und auf Busse zu warten, dass ich sie schon gar nicht mehr zählen kann. Von dort sollte mein Bus nach Coquimbo – quasi mein zweites Zuhause – gehen. Um 10Uhr.... gegen 10:30 fuhr der Bus dann endlich mal ein... und brauchte letztlich grandiose 7 Stunden. *grrrrr*

Als ich dann endlich in Coquimbo ankam, stellte sich auch noch heraus, dass Felipe, den ich vorher angerufen und gefragt hatte, ob er Platz für mich hätte, leider nicht ganz verstanden hatte worauf ich hinaus wollte und mich nicht unterbringen konnte. Bis ich den lieben Seba erreichen konnte dauerte es eine Weile und so wartete ich – einigermaßen gestresst – in einem Internetcafé auf den erlösenden Rückruf. „Klar kannst du bei mir bleiben, kein Problem“ Also trafen wir uns, als er mit Arbeiten und Sporteln fertig war und ich verbrachte zwei entspannte Tage im Valle de Elqui, wieder ein mal. Ein bisschen bummeln, sich mit Freunden treffen und ein bisschen Surfen füllten diese beiden Tage, bevor ich am Donnerstagabend den Nachtbus Richtung Norden nahm, nach Calama. Dort kam ich am folgenden Morgen gegen 10 Uhr an und versuchte einen Bus nach San Pedro zu ergattern. Das stellte sich leider als ein wenig schwieriger heraus, als gedacht und so bekam ich erst einen Platz im Bus um 15 Uhr. Also schlenderte ich ein wenig durch die Stadt, über die der Lonely Planet schreibt, sie sei ein Drecksloch und fand diese Beschreibung reichlich übertrieben.

Calama liegt relativ mitten in der Atacama-Wüste und ist entsprechend heiß und recht staubig, wartet aber immerhin mit einer netten Kriche und einer schönen, schattigen Plaza auf. Das ist nicht super viel, aber immerhin schon mehr als so manch anderes Örtchen, durch das ich auf meinen Reisen bisher gekommen bin. Ich war trotzdem froh, als ich endlich in den Bus nach San Pedro steigen konnte

Am späten Nachmittag kam ich also dort an und wurde von meiner lieben Freundin Lizzi und dem Besitzer unserer Unterkunft empfangen. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass für mich in dem Hostel, in dem Lizzi und ihr Freund Andrew untergekommen waren gar kein Platz mehr war und ich woanders bleiben musste. Schlimm war das aber auch nicht wirklich. Ein sauberes nettes Hostel, geführt von einer jungen Familie und deutlich ruhiger, als das andere Hostel, lag es eh nur 3 Gehminuten entfernt. Ich wurde also zum Hostel gebracht und legte dort nur schnell meine Sachen ab und machte mich ein bisschen frisch – endlich Zähne putzen!!! - bevor wir zu dem anderen Hostel gingen und Andrew abholten, der schon mit den zuvor gemieteten Fahrrädern auf uns wartete. Frei nach dem Motto „schlafen kann ich wenn ich tot bin“ ging es also direkt los, über Stock und Stein, staubige Wüstenwege, kleine Flüsse, vorbei an uralten Ruinen, Schafherden und von der sinkenden Sonne angestrahlten Hügeln und wieder zurück. Eine schöne kleine Radtour und endlich etwas Bewegung für meine von der langen Busfahrt steifen Beine.

Auf dem Rückweg zum Hostel bummelten wir noch etwas durch die Stadt, Lizzi und Andrew zeigten mir ein wenig das Terrain und wir bestätigten die Tour, die wir für den nächsten Tag gebucht hatten: ein Ausflug zu den Geysieren.

Am Abend wurde ein gekocht, es gab ein bisschen Wein und anschließend ging es recht früh ins Bett, denn die Geysier-Tour sollte am nächsten Morgen um 4:00 Uhr starten. Tat sie auch.

Nach einer kurzen Nacht ging es also per Minibus über äußerst holprige Wege – wenn man sie denn so bezeichnen kann – zu den Geysieren, um sie bei Sonnenaufgang bewundern zu können. Um diese Zeit herrschen dort oben in der Wüste Temperaturen um -5° C, sodass der Wasserdampf, der von den brodelnden Quellen aufsteigt äußerst beeindruckend zr Geltung kommt, und man sich äußerst warm einpacken sollte! Dank meinem schönen Poncho, den ich mir im September gekauft hatte, hatte ich das auch getan, im Gegensatz zu Andrew, der in Shorts und Flipflops da oben herumlief... Aber als frisch aus Irland eingeflogener Rugbyspieler ist er vielleicht auch einfach ein bisschen härter als andere Das lässt zumindest seine Reaktion auf die Frage, ob ihm nicht kalt sei, schließen: Nö, wieso?? Man konnte sich aber in dem warmen Wasserdampf auch ganz gut aufwärmen und weil unter uns ja heißes Wasser floss, stieg auch vom Boden Wärme auf. Und sowie die Sonne über die Berggipfel lugte, wurde es schlagartig wärmer. Innerhalb von 10 Minuten stieg die Temperatur um 10° C!!! Nach einem kleinen Frühstück mit Sanwiches und Kaffee stand ein Bad in einer heißen Thermal-Quelle auf dem Plan, das wir sehr genossen. Anschließend ging es mit einem kurzen Umweg über ein kleines, wieder aufgebautes Wüstendorf, in dem wir Lamafleisch essen konnten, wieder zurück nach San Pedro. Lama ist äußerst fettarmes Fleisch, das eigentlich wie Rind schmeckt.

Als wir wieder zurück waren, ruhten wir uns ein wenig aus und machten Gebrauch vom Internet, um uns zu hause zu melden und unsere weiteren Reisepläne zurecht zu legen, bevor wir zum Essen in die Stadt gingen. Andrew und Lizzi wollten an diesem Abend den Bus nach Santiago nehmen und so entschieden wir uns für ein frühes Abendessen und einen letzten gemeinsamen Pisco Sour.

Von hier an sollte nun also meine Reise alleine weiter gehen. Aufregend!!!

In meinem Hostel hatte ich an diesem Nachmittag ein deutsches Mädel kennen gelernt, mit dem ich mich ganz gut verstand, Julia, aus der Nähe von Karlsruhe. Außerdem waren in diesem Hostel Gäste Nigel und Paul aus England, die mitlerweile meine Reisebegleitung bilden. Aber dazu später mehr. Ich ging recht früh ins Bett an diesem Tag und ging am nächsten Morgen, nach einem entspannten Frühstück, mit Julia ins Zentrum, um Gebrauch von der W-LAN-Zone auf der zentralen Plaza zu machen – merkwürdiges Land, in dem es keinen richtigen Kaffee gibt, aber W-LAN-Zonen auf öffentlichen Plätzen in kleinen Städten mitten in der Wüste! Außerdem buchte ich für den Nachmittag eine Sandboarding-Tour mit anschließendem Sonnenuntergang schauen im Valle de la Luna.

Sandboarding funktioniert ähnlich wie Snowboard, mit dem kleinen Unterschied, dass man statt einem schneebedeckten Hang eine Sanddüne heruntersaust – angeblich wesentlich langsamer als auf Schnee, aber glauben tu ich das nicht wirklich! Auf guten 2000m Höhe und in brütender Hitze eine Düne hochzukraxeln mit einem Snowboard auf dem Rücken ist verdammt anstrengend, aber die Quälerei lohnt sich für jeden Meter, den wieder hinunterfährt :D Adrenalinschübe, spektakuläre Stürze und Sand in jedem erdenklichen Winkel des Körpers gehören ebenso dazu, wie das breite Grinsen, wenn man es endlich schafft, stehend und in einem Schwung unten anzukommen Fazit: GROSSER Spaß!!! zum Sonnenuntergang kamen wir dann zwar letztlich ein wenig zu spät, aber beeindruckend ist das Valle de la Luna – Tal des Mondes – trotzdem mit seinen abgefahrenen Felsformationen, riesenhaften Sanddünen und der unfassbaren Leere. Und das alles im Licht, des schwindenden Tages...

Als ich zurück ins Hostel kam, saßen Julia und die beiden englischen Jungs schon mit einer Brasilianerin mit dem schönen Namen Sonia und dem italienischen Giuliano bei einer Flasche Pisco zusammen. Und so machte ich mir schnell die Reste meines Mittagessens warm und gesellte mich zu der lustigen Runde, die sich erst spät in der Nacht auflöste. Im laufe des Abends stellte sich dann heraus, dass Paul und Nigel auch am nächsten Tag nach Salta in Argentinien aufbrechen wollten, das mein nächstes Ziel war. Und, wer hätte es gedacht, wir sollten sogar im gleichen Bus sitzen.

 

Weil ich ein Problem mit den Fotos hier habe, gibts jetzt immer den Link zum entsprechenden Fotoalbum auf Facebook. Ich hoffe, ihr könnt sie euch dort angucken!!

http://www.facebook.com/album.php?aid=46373&id=100001201504528&l=37fefca7eb

10.2.11 00:19, kommentieren

Weihnachten/Silvester

Ja, Weihnachten.

Ist bei dem Wetter ein bisschen schwer, Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen....

 

Aber schön wars trotzdem Mit liebgewonnenen Freunden habe ich die Weihnachtstage verbracht: Mit Lizzi, mit Katie – einer Freundin von Lizzi aus Nordirland – und ihrem chilenischen Freund Nico, mit Janna – eine weitere Freundin von Lizzi aus England – und deren ebenfalls chilensichem Freund Francisco und natürlich der Hund Suri

Die beiden Pärchen hatten eine Hütte in La Serena gemietet, ganz in der Nähe von Lizzis Wohnung, sodass der Weg dorthin für uns nur kurz war

Heiligabend haben wir sehr entspannt begonnen, relativ lange geschlafen und anschließend eine kleine Runde joggen und ein Bad im Pazifik dann ein seeeeehr ausgedehntes leckeres Frühstück, dass Katie – die ja schon aus Valparaíso mit uns nach La Serena gekommen war – schon vorbereitet hatte. Leider mussten auch die Weihnachtseinkäufe noch erledigt werden, aber Glückskind, das ich bin erklärten sich die beiden Mädels bereit, diese unangenehme Aufgabe zu übernehmen, sodass ich Zeit hatte ins Internetcafé zu gehen und nach hause zu skypen. Und mein Timing war unschlagbar: rechtzeitig zum Eintreffen der Gäste und Beginn der Bescherung stand die Video-Lifeschaltung zur Familie. So wurde ich dann auch leise schmunzelnd Zeugin der wunderbar ehrlichen Antwort unserer lieben kleinen Leni auf die Frage des Weihnachtsmannes, ob sie denn im nächsten Jahr auch brav sein würde: Nö...

Schön! Dann wissen wir ja wenigstens, worauf wir uns einstellen müssen :D

Ein kleines bisschen Heimweh hatte ich da ja schon... aber das hielt nicht lange an, die Mädels kamen vom Einkaufen zurück und so machten wir uns ans Geschenke Einpacken und Weihnachtskarten Basteln

Als die kleinen Kunstwerke fertig waren blieb uns nicht viel zu tun, als uns zu entspannen und anzufangen, das Essen für den Abend vorzubereiten, damit die anderen drei, die aus Santiago anreisten nicht hungern müssten. Also gab es ein kleines Nickerchen und anschließend eine Flasche Pisco Sour bei Sonnenuntergang am Strand


bevor wir uns ans Salate Schnippeln und Hühnchen Stopfen machten. Natürlich begleitet von Weihnachtsmusik und Sekt

Um kurz nach 22 Uhr klingelte dann das Telefon und Janna gab uns Bescheid, sie seien jetzt in der Cabaña gelandet. Also alles schnell zusammenpacken und sich von den Jungs abholen lassen.

Nach einem großen 'Hallo' gab es dann internationale Küche – Kartoffelsalat, chilenischer Tomatensalat, Hühnchen, gefüllt nach nordirischer Art und als Nachtisch englische Brownies. Lecker. Und begleitet selbstverständlich von chilenischem Wein


Die Julklappgeschenke wurden erst nach 24 Uhr überreicht – Weihnachten ist in England eben erst am 25.12. - und waren lange nicht der letzte Spaß an diesem Abend.


Lizzi und ich gingen erst spät und äußerst beschwingt nach hause

Am 1. Weihnachtsfeiertag schliefen wir lange, gingen nicht joggen und auch nicht schwimmen, aber es gab ein langes leckeres Frühstück Gegen Mittag machten wir uns auf zur Hütte der anderen, um dort gemeinsam zu grillen und auf der Terrasse zu sitzen. Außerdem wurde das W-LAN fleißig genutzt und mit Familien und Freunden telefoniert, sodass keiner ganz auf seine Lieben verzichten musste.


Anschließend ging es an den Strand und baden. Wichtigstes Utensil: Der aufblasbare Jetski, den einer der Jungs zu Weihnachten bekommen hatte In jedem Mann steckt doch immer ein kleiner Junge...

 

Und dann wurde es Abend, wir gingen wieder zur Cabaña und feierten Weihnachten auf ähnliche Weise wie am Vorabend: mit viel Musik und viel Wein Zu essen gab es Reis nach chilenischer Art und zum Nachtisch viel Musik, Tanz und Gesang. Die Auszeichnung für den größten Showact des Jahres geht eindeutig an Francisco. Er schien mir am Anfang die ruhigste Person im Haus und stellte sich letztlich als größter Spaßmacher der Gruppe heraus, als er zu dem Reggaesong „English Woman“ eine Hommage an seine – ihr erinnert euch: englische – Freundin Janna performte, die aber zu diesem Zeitpunkt leider schon im Bett war

Lizzi und ich blieben an diesem Abend bei den anderen und mussten so am nächsten Morgen nicht erst rüberlaufen der nächste Morgen war ja auch schon Sonntag und die beiden Jungs mussten montags wieder zur Arbeit, sodass sie und Katie und Janna an diesem Abend wieder nach Santiago fuhren. Den Tag verbrachten wir damit, die Hütte aufzuräumen und in Coquimbo auf dem Fischmarkt zu essen, nachdem wir – wie könnte es anders sein – lange geschlafen hatten

Die neue Woche fing für Lizzi und mich relativ entspannt an, aber mit einem großen Ziel: wir wollten in der uns noch verbleibenden Zeit in La Serena die Strecke von ihrem Apartment nach Coquimbo laufen – immerhin knappe 8 km. Allerdings hatten wir da noch nicht berücksichtigt, dass wir ja nur noch bis Dienstag in dem Apartment sein würden, weil Lizzis Mietvertrag auslief... aber Ziele setzt man sich ja nicht nur aus Spaß, also liefen wir am Dienstagmorgen tatsächlich die ganze Strecke :D jaja, sportlich sportlich, so sind wir :D

Nachmittags ging es dann ans Sachen packen, um die nächsten drei Tage im Valle Elqui zu verbringen, bei unserem Freund Sebastian – Zahnarzt von Beruf und aus Leidenschaft. Die Tage im Tal waren sehr ruhig, wie das eben so ist auf dem Land mit nicht so vielen Nachbarn und wir freuten uns auf ein bisschen Trubel, als wir am Donnerstagabend in den Bus nach Valparaíso stiegen, um dort Silvester zu feiern.

Morgens früh um 6 Uhr kamen wir dort an, landeten aber leider aufgrund mittelgroßer Navigationsschwierigkeiten erst gegen 9 im Hostel, wo wir uns erst ein bisschen entspannten, bzw. Lizzi sich entspannte und ich durch die Gegendlief und ein Callcenter suchte um meine gesperrten EC-Karten wieder entsperren zu lassen (das Unglück nahm seinen Lauf am Abend, bevor wir in den Bus stiegen und ich die PINs zu meinen Bankkarten durcheinander brachte). Leider machte ich mit meinem kurzen Anruf bei Mama und Papa die Situation auch nicht besser, da die beiden mich nicht zurückrufen konnten und ich keine Zeit hatte, ihnen die Situation ausreichend zu erklären, sodass am Ende alles durcheinander war und Mama und Papa dachten, mir sei etwas passiert und sie müssten die Botschaft alarmieren. Zum Glück bekam ich dann im Hostel endlich eine Internetverbindung und konnte sie nochmal anrufen, um sie zu beruhigen. Mit den Karten hatte ich zwar immer noch nichts erreicht, aber wenigstens konnte ich eine großangelegte Suchaktion verhindern... :-S Und glücklicherweise reiste ich ja nicht allein und Lizzi konnte mir vorübergehend aushelfen. Also Glück im Unglück.

Jedenfalls war danach nicht wirklich an Schlafen zu denken und so machten wir uns auf, Frühstück zu finden und ein bisschen durch Valparaíso zu stromern, dass wir ja zum Teil schon kannten.

Auf unserer Entdeckungstour landeten wir auf einem schönen Aussichtspunkt, auf dem gerade ein Nachrichtensprecher eine Sendung darüber aufzeichnete, was an diesem Silvesterabend in Valpo los sein würde und wie viele Menschen aus aller Welt extra hierher kämen um Teil der riesigen Party zu sein, die hier steigen würde. Um das zu beweisen, interviewte der gute uns auch gleich mal... „Hallo Mama, ich bin im Fernsehen“

Nach unserem Augenblick an Ruhm – wunderbar, ich wollte schon immer nach einer fast durchwachten Nacht im Fernsehen sein – begaben wir uns wieder zurück in unser mäßig schönes Hostel und legten uns schlafen, um für den Abend gewappnet zu sein. Aber natürlich nicht, ohne sich für den Abend mit Getränken zu versorgen Der Plan für die Nacht: unsere Pisco-Flaschen und den Sekt einpacken und ab auf die Straße, ein bisschen Musik suchen und Spaß haben

Als wir uns ein bisschen ausgeruht hatten, machten wir uns also ausgehfein und aßen noch etwas bevor wir unsere Taschen nahmen und uns aufmachten zum Feiern. Wir trafen uns am Hafen mit einem weiteren englischen Freund von Lizzi – oder eigentlich einem Freund der Familie von Katie, aber egal – und seiner Schwester und begaben uns dann zum Plaza Sotomayor, der uns zuvor als Party-Hauptsplatz empfohlen wurde. Dort gab es eine Bühne und einen DJ der zwar nur mittelmäßig bis schlechte Musik spielte aber wir hatten trotzdem viel Spaß. Nach einer Weile stieß noch Dennis zu uns, der einige Wochen zuvor bei Lizzi untergekommen war – couchsurfing – und uns auf einen von Valpos Hügeln lotste, von denen man einen großartigen Ausblick auf die Feuerwerke der in der Bucht liegenden Städte haben sollte – alles große offizielle Feuerwerke, privates knallen ist in Chile verboten – leider war es dort oben so voll, dass wir kaum etwas sehen konnten... aber lustig war es trotzdem, wir kamen schnell ins Gespräch mit anderen Leuten, die dort oben mit uns eingeklemmt waren

Um Mitternacht wurden die Sektkorken abgeschossen und der Nachthimmel explodierte förmlich in allen Farben, die so ein Feuerwerk hergibt. Selbst das kleine bisschen, das ich sehen konnte war schon sehr beeindruckend! Als alle umarmt und tausendfach ein feliz año nuevo (gesprochen: felis anio nuewo) gewünscht worden war schoben sich die Massen wieder nach unten auf den Platz mit der Bühne, beschwipst, durchnässt von Sektfontänen und fröhlich und friedlich feiernd

Eine schöne Art, Silvester zu feiern!

Als unsere englische Begleitung sich in den Bus ins benachbarte Viña del Mar setzte, wo ihre Familie eine Ferienwohnung gemietet hatte, entschieden auch Lizzi und ich uns dazu, nach hause zu tanzen. Weil aber jetzt die Musik fehlte mussten wir dazu ja auch selbst singen.... wir hatten unseren Spaß, ein Teil der Einwohner Valpos hatte vermutlich einen Hörsturz, aber wir hatten unseren Spaß :D

Am Neujahrsmorgen schliefen wir lange und nahmen ein kleines Frühstück zu uns. Der Plan war, uns im Laufe des Tages mit der altbewährten Weihnachtstruppe zu treffen und einen entspannten Nachtmittag zu verbringen. Taten wir auch... allerdings erst nachdem wir – ganz nach chlenischer Art - den halben Tag mit Herumwarten verbracht hatten. Dafür wurden wir aber mit einem Pool und Pisco Sour entschädigt

Am Abend brachten wir Katie zum Bus, die Ärmste musste nämlich wieder zrück nach Temuco und arbeiten... naja, irgendwer muss ja Geld verdienen

Der nächste Tag begann mit der Verabschiedung von meiner lieben Lizzi, die sich gemeinsam mit Janna und Francisco auf den Weg nach Santiago begab, um sich am darauffolgenden Tag mit Andrew, ihrem Freund, zu treffen, der aus Irland einflog um sie zu besuchen.

Also war ich von da an auf mich allein gestellt... Erste Amtshandlung war dann, das Hostel zu wechseln, von dem leicht ranzigen, aber immerhin günstigen Hostel in dem ich mit Lizzi für Silvester abgestiegen war in das nette – vor allem saubere – Hostal Bellavista auf dem wohl am stärksten künstlerisch geprägten Hügel der Stadt Guuuuuute Entschiedung!!

Federbetten, ein Sauberes Bad und ein Frühstück inklusive machten die folgenden 3 Tage äußerst angenehm

Genutzt wurden die Tage, um einen Tagesausflug nach Viña del Mar zu machen und dort ein bisschen am Strand zu braten, Valpo ein bisschen weiter zu erkunden und vor allem: Reisepläne zu machen. Was, wann, wo? Vor allem wo??


Ergebnis dieser Planerei: als erstes ein Trip nach Isla Negra, anschließend nach Temuco – Katie besuchen – dann nach Santiago, von dort nach La Serena, nach San Pedro de Atacama, über die Grenze nach Argentinien. Nach Salta, nach La Rioja, nach Córdoba, nach Mendoza, wieder zurück nach Chile und dort an die Küste und hoffentlich endlich wieder ein bisschen surfen. Soweit der Plan bis dahin.

2 Kommentare 16.1.11 16:58, kommentieren

Reisebericht Dezember

Sooo meine Lieben, spät, aber immerhin noch in 2010 kommt jetzt endlich mein Reisebericht.... dieser Trip begann am 2. Dezember, also vor fast einem Monat. Entsprechend werde ich wohl mein Reisetagebuch zu Rate ziehen müssen, als kleine Gedächtnisstütze

Am 24. November, also eine knappe Woche vorher fing der Tagebucheintrag an mit „Der letzte Uni-Tag “. Jule und ich hatten an diesem Mittwoch unsere letzte letzte Prüfung abzulegen und unsere Abschiedsfeier vorzubereiten, die am darauffolgenden Samstag steigen sollte. Sowohl die Prüfung als auch die Party war äußerst erfolgreich und bildeten einen schönen Abschluss für unsere Zeit in Chiles 4. Region.

Am 2. Dezember stiegen wir dann in den Bus nach Santiago, um von dort aus über Nacht nach Pucón zu fahren. Der aufmerksame Leser wird sich wundern; da waren die doch schon. Stimmt. Aber da sich der olle Vulkan ja nicht hat sehen lassen und wir nach den zwei Tagen dort das Gefühl hatten, dass es noch ne Menge mehr zu sehen gibt, entschieden wir uns, nochmal wieder zu kommen – sofern es denn ins Budget passen sollte.

Es passte

In Pucón verbrachten wir vier Tage bei wunderbarem Wetter – mit schönen Ausblicken auf den Vulkan


– und bei großartigen Wanderungen durch schön angelegte und trotzdem leicht abenteuerliche Nationalparks.


Berge rauf, Berge runter, an Seen entlang und über Flüsse hinüber führten uns an tolle Aussichtspunkte und manchmal auch an die Grenzen unserer Wanderfähigkeiten.


All das mit guter Laune und schönstem Sonnenschein.


Außerdem standen interessante Unterhaltungen auf dem Programm: mit Weltenbummlern, Ferienfahrenden und natürlich auch Einheimischen.

Am Abend des 6. Dezember ging es per Nachtbus zurück nach Santiago, wo wir bei Freunden unterkamen, die wir beim Surfen in Totoralillo kennen gelernt hatten. Eine Familie, die vor künstlerischem – vor allem musikalischem – Talent fast zu platzen scheint und uns mit riesengroßer Gastfreundschaft in ihrer kleinen Wohnung empfangen hat.

Nachmittags per skype zu hause angerufen – war ja Mamas Geburtstag – und ein bisschen durch die Stadt gebummelt, um die letzten Kleinigkeiten für das große Patagonien-Abenteuer zu besorgen. Abends gab es eine Flasche Wein mit Pia - der Mama der Familie - und laaaaaange Gespräche über das Leben, die Liebe und die Politik Zum Abschluss des Tages gab es noch einen spektakulären Ausblick auf Santiago bei Nacht vom Dach des Hochhauses, in dem die Familie O'Ryan wohnt.

 

Der nächste Morgen begann spät und mit Sonnenschein, ein ausgiebiges Frühstück und Unterhaltungen über Musik: was will man mehr? Jule hatte sich eine Erkältung aufgehalst und so verbummelten wir den Tag ganz gemütlich bis es Zeit wurde, zum Flughafen zu fahren und uns mit Felipe zu treffen. Der Nachtflug nach Punta Arenas war recht unspektakulär und kurz, der Ärger begann erst als wir gelandet waren (um 3.30 Uhr) und ich feststellen musste dass aus einer Seitentasche meines Rucksacks mein Brillenetuie verschwunden war – ob die Tasche aufgegangen und das Etuie herausgefallen ist, oder es jemand geklaut hat, weiß man nicht so genau. Leider befand sich darin nicht nur meine Sonnenbrille sondern auch das Geburtstagsgeschenk, dass ich in Pucón für Mama gekauft hatte und von dem ich so überzeugt war, dass es ihr gefallen würde Der junge Mann hinter dem Schalter hatte auch viel Verständnis für meine Misere und ließ sogar nach dem Eutie suchen – die Chilenen lieben ihre Mamis sehr – aber geholfen hats leider nichts.

Den Rest der eh schon verkorksten Nacht verbrachten wir dann auf dem Flughafen, um darauf zu warten, dass der erste Bus fahren würde, der uns nach Puerto Natales und damit zum Ausgangspunkt für unsere Wanderung durch den Nationalpark Torres del Paine bringen sollte. Das einzig witzige an dieser Nacht war der Anblick von Felipes Gepäck bei der Abholung... Felipe ist selbst ca. 1,60 m groß und wiegt 55 Kg... sein Rucksack hatte ungefähr ähnliche Ausmaße... :D Fürs Protokoll: Der Plan war, dieses Gepäck 5 Tage lang bergauf und bergab durch den Nationalpark zu tragen. Aber er ist ja ein Mann und außerdem war er beim Militär – vor 20 Jahren – und ist also gewohnt, mit soviel Gepäck durch die Gegend zu laufen! O-Ton Felipe. Heimlich in uns hinein lachend machten wir uns dann also auf den Weg.

Angekommen in Puerto Natales mussten wir dann feststellen, dass das Hostel, das wir gebucht hatten, leider keine Küchenbenutzung vorsah – man könne ja aber im hosteleigenen Restaurant essen o_O Uns wurde dann ein anderes Hostel empfohlen, das sich leider als ziemlich schäbige Absteige herausstellte, aber immerhin war hier die Küchenbenutzung inklusive... und es war ja auch nur für eine Nacht. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, uns mit Lebensmitteln für die Wanderung einzudecken, Infos über den Park zu finden und die Fahrt dorthin zu organisieren – Felipes großer Auftritt: nach sehr chilenischer Art den Preis für die Fahrt runterhandeln sehr praktisch so einen kleinen Chilenen dabei zu haben

Am 10. Dezember machten wir uns also frühmorgens auf zum – laut Lonely Planet Reiseführer – schönstem Nationalpark Chiles. Schon die Busfahrt war spektakulär und vermittelte uns einen Eindruck von der Geografie der Gegend und auch davon, wie es sein muss, hier zu leben... fast am Ende der Welt, wo Distanzen nicht in Kilometern sondern in Tagen angegeben werden und der größte Teil der Bevölkerung aus Schafen, Guanakos und Nandus besteht.

Der Park selbst unterscheidet sich vom Rest der Gegend im Wesentlichen durch die Tatsache, dass er durch angelegte Wege vergleichsweise leicht zugänglich ist (wenn man gut zu Fuß ist) und mit Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet ist.

Unsere Idee war, im Park zu zelten. Ich wollte nur eine Nacht bleiben und am nächsten Tag abends den Bus zurück nach Puerto Natales nehmen – wer mich kennt ahnt warum, für alle anderen: ich bin äußerst fußfaul - Jule und Felipe wollten den Park durchwandern auf einem Track der sich das „W“ nennt – weil er in dieser Form durch den Park führt – und die größten Sehenswürdigkeiten des Parks abdeckt, die da sind: las Torres (eine Felsformation), los Cuernos (noch eine Felsformation) und der Glaciar Grey (ein Gletscher). Der erste Teil dieses Tracks führt zu den Torres, auf diesem wollte ich die beiden begleiten, am zweiten Tag sollten die beiden in Richtung los Cuernos aufbrechen, ein Stück des Weges wollten wir gemeinsam gehen und ich würde dann umkehren um den Bus zurück in die Zivilisation zu nehmen.


Als wir ankamen schlugen wir also unsere Zelte am Fuße des Bergmassivs auf, das die ungewöhnlichen Felsformationen für die der Park berühmt ist hervorgebracht hat. Und dann gings los zu den Torres... die Karten wiesen die Strecke für 8 Stunden aus, die Wanderer und Guides, mit denen wir uns unterhielten versicherten uns aber, dass der durchschnittliche Wanderer in 6 Stunden wieder zurück am Zeltplatz ist.


Was soll ich sagen: Jule und ich sind langsame Wanderer... wir brauchten 8 Stunden... gefüllt mit großartigen Ausblicken und tollen Sichtungen in Flora und Fauna aber eben 8 Stunden Wandern! Und das mir! Aber Anstrengung hin oder her: vale la pena, wie es auf Spanisch so schön heißt: es ist die Schmerzen wert


der Blick auf die Torres war nicht so beeindruckend – es war bewölkt und die Sicht war nicht frei – aber immerhin hab ich mir das ganze Ding erwandert... ich finde das schon ziemlich beachtlich, wenn man bedenkt, dass ich schon immer überflüssige Bewegung auf den Beinen zu vermeiden versucht habe und stattdessen Berge lieber mit dem Auto rauf und mit dem Paddelboot runter fahre Die wohl schönste Beobachtung, die wir an diesem Tag machen durften war ein riesiger Kondor, der in Spiralen vor den Torres in die Höhe stieg. Mit seinen riesigen Flügeln schlägt er (gefühlt) nicht öfter als einmal alle 5 Minuten und dann mit einer solchen Eleganz und Anmut, dass man nicht anders kann, als ihn anzustarren! Der unglaublich ausgeklügelte Kommentar des Campingwartes später dazu: Ja, Kondore... die sind ganz schön..... groß! Dieser Satz hat ungefähr 5 Minuten gebraucht um aus ihm rauszuplätschern. So viel zu der patagonischen Lebensart und dem wunderbar passenden Sprichwort: Wer sich in Patagonien beeilt, verliert nur Zeit.

Zur Belohnung für unseren Mega-Hike gab es abends ein Feuerchen und Schokolade. Das „Feuerchen“ in Gang zu bringen kostete unseren erfahrenen Soldaten Felipe eine komplette Packung Streichhölzer und die Blamage mich bitten zu müssen, einen (brennenden) Holzscheit vom Feuer der Guides zu holen – per Schubkarre, was mir so einige Lacher eingebracht hat – weil leider das Feuer nicht so wollte wie er. Schon praktisch so ein Soldat im Gepäck...


Und dann ging es früh ins Bett. Wir schliefen schnell ein... leider wachten wir auch schnell wieder auf. Bibbernd vor Kälte. Von den relativ hohen Temperaturen tagsüber hatten wir uns offensichtlich in die Irre führen lassen und erwartet, dass es Nachts nicht sonderlich kalt werden würde...weit gefehlt! Schätzungsweise lagen die Temperaturen um die 5° über Null. Kalt! Außerdem feierten die Kühe auf der benachbarten Weide ne Party und dachten gar nicht daran, irgendwann mal Ruhe zu geben... also wieder nix mit erholsamer Nachtruhe... Da kam es uns äußerst gelegen, dass hier so dicht am Südpol die Sonne schon morgens um 4.30 Uhr aufgeht und es damit im Zelt ein kleines bisschen wärmer wurde. Merke: wenn man fürs Zelten nicht gut ausgerüstet ist, sollte man es lassen!

Nach dieser doch recht zermürbenden Nacht entschloss sich Jule, die Wanderung ebenfalls auf zwei Tage zu begrenzen und am Abend dieses Tages mit mir gemeinsam nach Puerto Natales zurück zu fahren und ihre Erkältung zu bekämpfen. Wir begleiteten an diesem Tag also mit schweren Beinen Felipe und seinen Riesenrucksack ein Stück des Weges, machten ein kleines Pick-Nick an der schönen Laguna Amarga und kehrten dann zurück zu unserem Zelt. Dort legten wir uns dann noch ein paar Stunden schlafen und verließen dann den Park, glücklich, mit der Aussicht auf eine heiße Dusche und ein richtiges Bett

Dank der Empfehlung eines deutschen Pärchens im Bus zurück landeten wir dieses Mal in einem sauberen, gemütlichen, schönen Hostel mit Frühstück und Küchenbenutzung. Weil wir nicht den Rest der Zeit, die Felipe im Park sein würde im Hostel herumsitzen wollten, fingen wir an, uns umzuhören, was in der Region noch so zu unternehmen ist. Da gibt’s ne Menge, stellten wir bald fest, leider nur alles zu Preisen, die sich hinter europäischen Turismushochburgen nicht verstecken brauchen... nach vielem hin- und herüberlegen entschieden wir uns also, noch eine Nacht in unserem gemütlichen Hostel zu verbringen und dann zurück nach Punta Arenas zu fahren, wo wir hofften, etwas moderatere Preise für Ausflüge vorzufinden. Jule hatte in der Zwischenzeit ihre Erkältung an mich weitergereicht, sodass sie zwar wieder fit war, aber dafür nun ich mit Triefnase und Husten zu kämpfen hatte.

In Punta Arenas angekommen, war eine der ersten Feststellungen: es ist nicht einen Deut günstiger hier als in Puerto Natales... aber wegen meiner Erkältung und weil Jule sich mit einigen Bewerbungen zu befassen hatte, fanden wir uns schnell damit ab, den Großteil der Zeit im Hostel herumzulungern und nur für gelegentliche Spaziergänge das Haus zu verlassen.


Am 14. Dezember stieß nachmittags Felipe wieder zu uns und war froh, uns in unserem süßen Nichtstun begleiten zu können. Die Wanderung sei zwar toll gewesen, aber eben doch auch sehr anstrengend, das nächste mal werde er wohl nicht so viel Gepäck mitnehmen... Ehrlich gesagt: Hut ab, dass er das mit dem Gepäck überhaupt durchgezogen hat!!!

Zwei Tage später ging unser Flug von Punta Arenas nach Santiago... Abflug: 3.00 Uhr. Um 23.00 ließen wir uns von einem Taxi im Hostel abholen und hofften, gegen Mitternacht einchecken und im Transitraum schlafen zu können... war aber leider nix, der Checkin begann erst um 2.00 Uhr. Also versuchten wir erst, uns die Zeit mit einer Flasche Wein zu verkürzen und anschließend in der Abfertigungshalle ein bisschen Schlaf zu bekommen *gähn* Um es höflich zu sagen: das war nur von mäßigem Erfolg gekrönt... Als wir dann endlich im Flugzeug saßen und abgehoben hatten, verfiel ich in einen leichten – und kurzen – Schlaf. Zerschlagen und müde ließen wir uns von einem Shuttle in die Stadt bringen, verabschiedeten uns von Felipe, der wieder zurück nach Totoralillo fuhr und holten die Sachen ab, die wir bei unseren Freunden gelassen hatten, weil wir sie nicht mit in den Park nehmen wollten. Dort gab es dann ein entspanntes Frühstück und schon waren wir wieder unterwegs... Diesmal nach Talca um uns mit unserer Freundin Merle zu treffen, mit der wir gemeinsam studieren und mit der ich in Flensburg einige Zeit zusammen gewohnt hatte.

Nachdem Merle uns vom Busterminal abgeholt, wir unsere Sachen zu ihr gebracht und uns mit Essen und Wein versorgt hatten, widmeten wir den Abend dem Austausch von Erfahrungen und viiiiiel Geschnatter. Entsprechend schliefen wir am kommenden Morgen mal wieder etwas länger und starteten den Tag mit einem kleinen Brunch.

Weil Talca mitten in einer der bekanntesten Weinregionen Chiles liegt, stand für diesen Tag eine Weingutbesichtigung mit Verkostung auf dem Plan. Also ab in den Bus, und zum Weingut „Miguel Torres“ gefahren. Nach einer kleinen Führung über das Gut und durch die Produktionsanlagen probierten wir also einige der edlen Tropfen und unterhielten uns mit dem jungen Mann, der die Führung gemacht hatte. Glückskinder, die wir sind waren wir die letzte Gruppe für diesen Tag und scheinbar genoss der gute Wein-Mann auch unsere Gesellschaft, sodass wir am Ende zwei Stunden auf dem Weingut verbracht und die doppelte Menge an Weinen probiert hatten, die auf dem Programm stand

Am Abend packten wir unsere Sachen – das heißt Merle packte ihre Sachen während Jule und ich auf dem Bett lagen und mehr oder weniger qualifizierte Kommentare dazu abgaben – für den Trip nach Valparaíso am nächsten Tag, wo wir uns mit unserer englischen Freundin Lizzi und einigen Freunden von ihr treffen wollten.

Den 19. Dezember verbrachten wir also wieder einmal zur Hälfte im Bus: erst nach Santiago, dann weiter nach Valpo. Als wir endlich dort ankamen, erwarteten uns Lizzi, Katie und deren Freund Nico am Terminal, wo sie unsere Sachen einluden und ins Hostel brachten – wir passten leider nicht mehr mit ins Auto – wo wir uns später trafen um unser Zimmer zu beziehen. Ein weiterer Abend mit Wein und girls talk.

Über Valpo habe ich in mein Tagebuch geschrieben: Eine Stadt, die vor künstlerischer Artenvielfalt nur so sprüht, kreativ, lebendig und kein bisschen Elegant. Die Stadt hat einen recht rauhen Charme, der sich am besten erleben lässt, wenn man einfach ganz entspannt durch ihre Straßen bummelt und die Augen offen hält. Die Häuser sind zwar baufällig aber bunt, die Hügel sind steil und die Aussicht über den Hafen und den Pazifik ist Atemberaubend!

Wieder wurden interessante Bekanntschaften gemacht und spannende Unterhaltungen geführt, über Reisen, Länder, Leute und vor allem über Pablo Neruda (für die Unwissenden: einer der bekanntesten Dichter Chiles), der in Valparaíso ein Haus hatte, durch das heute Touristen geschleust und mit aufgenommenen Audiokommentaren versorgt werden, deren Übersetzung für einige Heiterkeit bei unserer englischsprachigen Begleitung sorgte.

Und dann war schon der 21. Dezember. Zeit, sich zu verabschieden. Merle wollte zwei Tage später nach hause fliegen, und für Jule ging es nach Costa Rica, um sich dort zu Weihnachten mit ihrem Freund zu treffen. Bei Merle überwog Sorge darüber, ob ihr Anschlussflug von Paris aus gehen würde – letztlich ist alles gut gegangen – bei Jule Vorfreude auf ihren Freund und darauf, ein neues Land zu entdecken. Für mich war es merkwürdig, mich von zwei guten Freunden zu verabschieden, vor allem von Jule, mit der ich hier so eine tolle und intensive Zeit hatte. Reisen, Lachen, Lernen und manchmal auch ein bisschen Heimweh färbten unsere gemeinsame Zeit hier bunt und machen sie unvergesslich...

Für uns beide beginnt jetzt ein neuer Abschnitt unserer Reise.

Ich machte mich gemeinsam mit Lizzi und ihrer nordirischen Freundin Katie auf den Weg nach La Serena, um dort mit den beiden und noch einigen Freunden mehr Weihnachten zu verbringen.


1 Kommentar 30.12.10 21:10, kommentieren

Ich lebe noch :)

Ich bin nach meiner langen Reise durch den Sueden und die Zentralregion wieder heil in La Serena gelandet. Erkaeltungen wurden ueberwunden, schwierige Wanderungen gemeistert, neue Freunde gemacht, interessante Menschen getroffen und alte Freunde in ihre neuen Abenteuer verabschiedet Ein ausfuehrlicherer Bericht und Fotos folgen in den naechsten Tagen, wenn es puenktlich zur Weihnachtszeit auch bei mir ein bisschen ruhiger wird. Ich wuensche euch allen eine wunderbar entspannte und angenehme Weihnachtszeit mit all den Menschen und Dingen die ihr liebt

1 Kommentar 23.12.10 02:05, kommentieren

Bilder vergrößern

Leider funktioniert das mit den Bildern immer noch nicht ganz so, wie ich mir das vorstelle... aber hier ein kleiner tipp: rechtsklick auf das Bild und dann "Grafik anzeigen" anklicken, dann kann mans in einer annehmbaren größe sehen

 

In der Zwischenzeit gibt es eigentlich nicht viel neues zu berichten... ich schmiede fleißig Reisepläne und habe meinen Flug nach Costa Rica endlich gebucht Am 2. Dezember geht es erneut in den chilenischen Süden, erst nocheinmal nach Pucón - der Vulkan wartet noch auf eine Besteigung - und anschließend dann inklusive unserem chilenischen Mitbewohner Felipe nach Patagonien. Soweit ist die Planung bisher... Weihnachten und Silvester werde ich dann wieder mit meinen Freunden hier in Coquimbo/La Serena verbringen und anschließend geht es wieder auf tour, dieses mal dann alleine. Mehr oder weniger - ich werde mich wohl an unterschiedlichen Orten mit Freunden treffen

Ansonsten genieße ich die Sonne, kleine Wellen und gute Gesellschaft hier in Totoralillo und bereite mich auf meine letzten beiden Prüfungen für die Uni vor Nur keinen Stress!!! :D

1 Kommentar 20.11.10 17:44, kommentieren

Valdivia - Chiloé - Pucón Ein Trip in den Sur Chico

Am zweiten November ging es los aus dem sonnigen Coquimbo per Bus am Nachmittag nach Santiago, dort direkt im Anschluss den Nachtbus nach Valdivia und morgens um 9.30 da.

Im Zuge des zweiten Weltkriegs, sowohl vorher als auch währenddessen, sind hier viele Deutsche eingewandert und nie wieder weggegangen – vermutlich weil es hier genauso regnerisch und grün ist wie zu hause :P Dieser Einfluss ist in vielen Dingen deutlich spürbar: in der Bauweise, im Erscheinungsbild der Menschen (es gibt viel mehr blonde, hellhäutige Menschen als im Norden) und vor allem in der Tatsache, dass es genießbares Bier gibt das erste seit fast drei Monaten!! Eine sechsstündige Bootsfahrt führte uns durch scheinbar endlose Wälder, die sich über sanfte Hügel ziehen und über drei verschiedene Flüsse zu einigen spanischen Forts, bzw. deren Überresten.

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Die Stadt selber hat uns nicht so vom Hocker gehauen, wartet aber mit einem riesigen Kunsthandwerksmarkt auf, auf dem sich schön gearbeitete Woll-, Holz- und Lederarbeiten erstehen lassen.

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Und außerdem gabs richtigen Kaffee Oh du heilsames Lebenselixier Aber das für uns wohl interessanteste an Valdivia war der Fischmarkt, direkt am Wasser gelegen, an dessen Rande sich riesige Seelöwen

und blauäugige Kormorane tummelten und sich von den Fischern mit Abfällen versorgen ließen.

Nach der Bootsfahrt sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gezogen und haben ein Restaurant gefunden, das einen äußerst gemütlichen Eindruck machte und außerdem leckeres Bier und riesige Sandwitches im Angebot hatte. Dort haben wir dann den Abend verquatscht und sind anschließend in unserem Hostel ins Bett gefallen.

Wetter: bewölkt aber trocken!

Am nächsten Tag sind wir früh wieder in den Bus gestiegen und haben uns auf den Weg nach Chiloé gemacht, eine Insel vor der Küste Nordpatagoniens, von der behauptet wird, dass es an 200 Tagen im Jahr regnet... als wir ankamen war es trocken... Als Ausgangspunkt für den geplanten Besuch des Nationalparks der Insel und Basis für die kommende Nacht wählten wir die Inselhauptstadt Castro. Eine äußerst sympathische Kleinstadt auf einer wunderbar grünen Insel, auf der Schafzucht und Fischfang den Alltag bestimmen. Auf einem Bummel durch die Stadt (für große Ausflüge war es leider schon ein bisschen spät) fanden wir einen weiteren schönen Kunsthandwerksmarkt, der vor hochwertigen Wollprodukten und kreativem Holzschmuck nur so überquoll und außerdem ein italienisches Café – mit echtem Kaffee

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Anschließend noch schnell einkaufen, dann lecker kochen und um 21 Uhr ins Bett, weil Reisen sooooo müde macht

Der nächste Morgen weckte uns mit Regen... Überraschung! Als echte Nordlichter lassen wir uns ja aber von so etwas nicht abschrecken und zogen also das Regenzeug an für unseren Ausflug in den südlichen Teil des Nationalparks.

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Die Busfahrt nach Cucao – hier ist einer der Zugänge zum Park – gab uns einen schönen Eindruck von der Insel: GRÜN Wälder, Wiesen, Knicks, Schafe, Kühe, kleine Häuschen Der Park selbst besteht zu großen Teilen aus Wald, den Überresten eines Küstenwaldes der beim großen Erdbeben von 1960 und dem anschließenden Tsunami teilweise versunken ist. Exotische Pflanzen und Bäume und im Park wohnende Pferde erwarteten uns hier... und überflutete Wege.

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Der Weg den wir für unseren Ausflug gewählt hatten sollte uns also durch einen Teil des Waldes, über die Dünen und schließlich zum Strand führen... durch den Wald kamen wir auch... der Weg zum Strand war uns leider verwehrt durch einen mittelgroßen See, der sich hier gebildet hatte, von einem höher gelegenen Aussichtspunkt konnten wir aber trotzdem einen Blick auf die stürmischen Pazifikwellen werfen Nach eineinhalb Stunden im Regen waren wir froh, dass der nächste Bus zurück ging und wir im trockenen sitzen konnten.

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Wieder zurück in Castro entschlossen wir uns, den nächsten Bus zum Festland zu nehmen um hoffentlich von direkt weiter zur nächsten Station dieses Trips zu fahren: Pucón. Also fragten wir nach Bussen dorthin und erfuhren lediglich, dass keiner was wusste und wir erstmal nach Puerto Montt fahren mussten um dann dort nähere Informationen zu finden. Also ab in den Bus nach Puerto Montt. Wetter: Regen!

Angekommen in Puerto Montt mussten wir leider feststellen, dass wir den letzten Bus nach Pucón um eine Stunde verpasst hatten... was nun? Die nächstgrößere Stadt in die noch ein Bus fährt ist Temuco.... also rein in den Bus nach Temuco und im Hostel anrufen: Hallo, wir brauchen ein Zimmer, kommen um Mitternacht an und fahren um 7 Uhr schon weiter... Okay! Also dann eine kurze Nacht in Temuco verbracht und früh in den Bus nach Pucón gestiegen.

Wohlwissend dass Pucón und seine Umgebung eine der touristischten Regionen des Landes ist, überraschten uns die Ruhe und entspannte Athpmosphäre des Ortes. Das Bild wird hier geprägt von Holzhäusern und bewaldeten Bergen und natürlich dem Vulkan Villarrica, einem der aktivsten Vulkane der Erde. Durch die Lage zwischen Wäldern, Bergen, Seen und dem Vulkan hat sich Pucón zum Ausgangspunkt für unzählige Aktivitäten und Extremsportarten entwickelt. Im Angebot findet man Vulkanbesteigungen, Rafting, Wildwasser Kajak, Canyoning, Hidrospeed, Klettertouren, Wanderungen, Thermalbäder, Canopy, Snowboard und Skifahren, und alles was man sich sonst so vorstellen kann... Langeweile muss also nicht aufkommen

Leider wurde uns der Blick auf den Vulkan von Wolken verhängt, die sich um den Krater herumdrückten und einfach nicht weggehen wollten.

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Wir kamen also morgens an und begaben uns direkt ins Hostel, dass wir am Vortag gebucht hatten, und wurden dort von unserm sehr sympathischen Hostelwirt Peter empfangen mit den Worten: Wollt ihr einen Kaffee?? JA :D Der Holzofen im Aufenthaltsraum wurde befeuert und so war es kuschelig warm, als wir uns zum Frühstück hinsetzten und uns mit Peter – einem gebürtigen Holländer, der der Liebe wegen in Chile geblieben ist – austauschten über Möglichkeiten und Sehenswürdigkeiten der Region. Wir kamen auch schnell mit anderen Backpackern ins Gespräch und so fanden sich schnell ein paar Leute denen wir uns für die Wanderung zu einem Wasserfall, dem Salto del Claro, anschlossen. Ein netter Spaziergang durch Wälder und Wiesen und ein steiler Abstieg über schlammige Erdhänge führten uns zum Pool unterhalb des Wasserfalles, von wo aus wir einen beeindruckenden Blick auf den Wasserfall hatten, der sich knapp 70m über uns über die Felskante stürzte.

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Auf dem Weg zurück zum Hostel fing es an zu regnen und wir waren froh, dass wir für den Abend einen Ausflug in eine der vielen vom Vulkan beheizten Thermen gebucht hatten und so statt kaltem Wasser von oben, angenehm temperiertes von unten genießen konnten

Am Abend kamen wir natürlich mal wieder nicht so früh ins Bett wie geplant, weil wir uns leider noch mit einem Haufen interessanter Menschen unterhalten mussten aber da wir für den nächsten Morgen noch keine Pläne hatten und also ausschlafen konnten war das nicht weiter schlimm.

Wetter: Regen!

Der nächste Morgen lief sich entspannt an, mit leckerem Frühstück – mit Vollkornbrot aus der Bäckerei „Rostock“ - und weiteren interessanten Gesprächen. In Ermangelung größerer Geldvorräte und Garantien für gutes Wetter entschlossen wir uns für eine Wanderung zu einem weiteren Wasserfall, der Ojos del Caburgua sollte es diesesmal sein. Also in den Bus – wieder mit Bekannten aus dem Hostel – in Caburgua am See ausgestiegen, vom Playa Negra (schwarzer Strand) zum Playa Blanca (weißer Strand) gelaufen und auf die Suche nach dem Wasserfall gemacht... ohne Karte gar nicht so einfach!

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Erstmal haben wir dann auf dem Weg auch ein geschlossenes Café gefunden, dessen Besitzerin uns in ihrem eigenen Haus bewirtete und uns nicht nur Kaffee und etwas zu essen bot, sondern auch einen interessanten Einblick in die Kultur der Region. Außerdem konnte sie uns sagen, wo wir den Wasserfall finden konnten

Auf dem Weg zum Wasserfall fing es dann zur Abwechselung mal wieder an zu regnen und wir beglückwünschten uns dazu, die Regensachen eingepackt zu haben. Der Ojos del Caburgua ist eigentlich nicht nur ein Wasserfall, sondern gleich mehrere, die zwar nicht so hoch sind, wie der Salto del Claro, aber schön anzusehen und von allen Seiten zugänglich.

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Wir mussten uns leider alsbald auf den Rückweg machen, weil wir am Abend mit dem Nachtbus wieder nach Santiago fahren wollten. Vorher bummelten wir noch einmal durch die Stadt und versorgten uns mit Proviant für die Fahrt.

Wetter: Regen!

Ursprünglich sah der Plan vor, den Vormittag in Santiago zu verbummeln und dann nachmittags den Bus zurück nach Totorralillo zu nehmen, wo wir dann abends ankommen sollten. Das Wetter überzeugte uns dann allerdings schnell davon in Santiago sobald wie möglich wieder in den Bus zu steigen und weiter zu ziehen.... es regnete.

So kamen wir dann schon nachmittags ziemlich müde wieder in unseren kleinen Haus am Strand an...bei schönstem Sonnenschein und 23°.

2 Kommentare 12.11.10 17:42, kommentieren